Geschichte

Es war im Jahr 1874 als der damalige Gemeinderat und Notar Dr. Ertl mit einer Handvoll gleich gesinnter Männer die Feuerwehr in Gröbming gründete. Dem Aufruf des Bürgermeisters Josef Fournier, der Feuerwehr beizutreten, wurde zahlreich Folge geleistet. Am 19. März 1874 konnte die Gründungsversammlung stattfinden. Zum ersten Hauptmann wurde der Coburg-Gotha'sche Waldarbeiter Franz Moser gewählt. 62 Mann gaben am selben Tag noch ihr Gelöbnis ab.
Man darf aber nicht meinen, dass vor dieser Gründung in Gröbming keine Vorsorge und keine Auflagen bezüglich des Feuerlöschwesens bestanden hätten. Hier gibt es bereits Bilder mit einer Tragkraftspritze aus dem Jahr 1815 und einer Spritze aus dem Jahr 1929, damals war aber keine geschulte Mannschaft im Sinne der heutigen Wehren vorhanden.

1874 wurde das vorhandene Gerät von der Bürgerschaft übernommen, es war aber nur mehr bedingt brauchbar. Daher beschloss man, eine neue Feuerlöschmaschine anzuschaffen. 1878 wurde der Bau des ersten Zeughauses begonnen und 1880 fertig gestellt. Weitere Anschaffungen wurden getätigt, um die Schlagkraft der Wehr zu verbessern, so 1896 der Ankauf einer Landfahrspritze mit einer Leistung von 300 Litern.
1903 war ein Jahr schwerer Einsätze: Bei einem Großbrand in Tipschern und am 23. März beim Großbrand in Gröbming, der das ganze nördliche Marktviertel in Schutt und Asche legte, war unsere Wehr im Einsatz. Der Brand in Gröbming war gelegt worden, der wahre Brandtsifter wurde jedoch nie gefasst. Im gleichen Jahr wurde eine Magirus-Leiter angekauft und der Erwerb einer Dampfspritze diskutiert.
1906 besuchten sechs Wehrmänner den Feuerwehrtag in Wien. Einem Kameraden gefiel es dort so gut, dass er gleich acht Tage blieb. Am achten Tag holte ihn seine Ehepartnerin in Begleitung eines k.k. Dragoners wieder zurück.
Die erste Motorspritze wurde 1928 in Dienst gestellt. 1931 machte sich die Löschrotte Winkl selbstständig. Im selben Jahr musste die Wehr mit der Motorspritze zum Großbrand nach Schladming ausrücken. 1933 wurde sie zu einem Großbrand nach Öblarn gerufen, 15 Mann und die Motorspritze wurden mit dem Autobus zum Einsatz gebracht.
Während des zweiten Weltkrieges wurden die Dampf-, die Landfahr- und die Abprotzspritze verschrottet. Nach dem Krieg konnten ein Tanklöschfahrzeug, zwei Anhänger, eine Motorspritze und sehr viel Schlauchmaterial aus Wehrmachtbeständen übernommen werden.
In den Jahren 1949 bis 1959 wurde in der Feuerwehr auch eine Rettungsabteilung geführt, dazu wurden diese beiden Rettungsfahrzeuge in den Jahren 1949 bzw. 1951 angeschafft.

1959 wurde mit dem Bau des heutigen Rüsthauses begonnen, es konnte 1960 feierlich eingeweiht werden. 1965 wurde ein neues Rüstfahrzeug mit Vorbaupumpe angekauft. Da die alte Fahne von 1888 nicht mehr zu reparieren war, wurde 1968 eine neue angeschafft.

1967 übernahm Walter Pospischil das Kommando der Feuerwehr Gröbming und hatte es 23 Jahre in Folge inne. In seiner Amtszeit machte das Feuerwehrwesen mit seinem technischen Fortschritt auch in Gröbming nicht halt. So wurde 1971 ein MTF (Ford Transit) und 1976 das erste TLFA 4000-400 Trupp (Steyr 790) im Abschnitt Gröbming angekauft.

 

Mit dem Tanklöschfahrzeug wurden die ersten Atemschutzgeräte erworben, weiters wurde die Feuerwehr durch den Kauf von Schere und Spreizer im Jahr 1980 zu einer Stützpunktfeuerwehr für Verkehrsunfälle entlang der gefürchteten Gastarbeiterroute, der Ennstalbundesstraße. Es verging fast keine Woche, ohne dass die Männer der FF Gröbming zu einem schweren Verkehrsunfall auf der B320 ausrücken mussten.
1986 begann der damalige Kommandant-Stellvertreter OBI Josef Schnepfleiter als erster Ortsbeauftragter für die Feuerwehrjugend mit der Jugendarbeit in der FF Gröbming.
Im Jahr 1989 wurde der Fuhrpark mit einem modernen LFB-A aufgerüstet. Dieses Fahrzeug wurde aufgrund der zahlreichen technischen Einsätze auf  der Straße notwendig, bei denen man mit einem MTF und einem selbstgebauten Anhänger für das hydraulische Rettungsgerät nicht mehr das Auslangen fand.
1992 wurde das alte Mannschaftstransportfahrzeug nach 21 Jahren Dienstzeit durch einen Renault Trafic ersetzt.

Bereits 1996 machte man sich über die Ersatzbeschaffung des alten Tanklöschfahrzeuges Gedanken. Relativ schnell waren sich die Steiermärkische Landesregierung, die Marktgemeinde Gröbming und die Freiwillige Feuerwehr Gröbming über die Finanzierung einig und noch im Herbst wurde ein TLFA 4000 AT bestellt. 1997 wurde das neue TLFA ausgeliefert, der 21 Jahre alte Vorgänger wurde nach Slowenien verkauft.

1998 wurde das Rüsthaus großzügig saniert, ein Funkraum und eine Atemschutzwerkstatt eingerichtet und neue Spinde für den Umkleideraum angeschafft.
Im selben Jahr verstarb völlig überraschend EHBI Walter Pospischil, unter dessen Kommando der technische Aufschwung der Gröbminger Feuerwehr begann.
Von 17. bis 26. Juli 1998 war die Feuerwehr Gröbming beim Grubenunglück in Lassing als Teil des Versorgungszugs eingesetzt.

 

2002 waren sechs Kameraden im Rahmen der internationalen Katastropheneinsatzübung "TAMING THE DRAGON" in Kroatien. Dabei übte eine 132 Mann starke österreichische KHD-Bereitschaft gemeinsam mit Einsatzorganisationen aus aller Welt die Waldbrandbekämpfung.
Im Oktober des selben Jahres wurden aufgrund ständig steigender Anforderungen auf der Straße ein Satz Hebekissen angekauft und in Eigenregie im LFB-A eingebaut.

 

2004 wurde der alte hydraulische Rettungssatz nach 24 Dienstjahren und zirka 750 Einsätzen durch einen Hochleistungs-Rettungssatz der Firma Hurst, bestehend aus Rettungsschere und Spreizer auf einer Schnellangriffseinrichtung und einem Simultanantriebsaggregat abgelöst. Auch die bereits vorhandenen Zusatzgeräte können mit dem neuen Aggregat betrieben werden.

Nach jahrelanger Planung und intensiver, ehrenamtlicher Arbeit konnte die Errichtung eines neuen Rüsthauses für die Feuerwehr Gröbming zwischen der Rotkreuz-Dienststelle und der Fachschule Gröbming Ende 2013 realisiert werden.  Am 20. März 2014,  einem Tag nach dem 140. Geburtstag der FF Gröbming, wurde der offizielle Spatenstich für den Bau des neuen Rüsthauses  in der Horstigstraße in Gröbming durchgeführt.

Nach einjähriger Bauzeit konnte die feierliche Eröffnung und Segnung des neuen Rüsthauses, der neben zwei Dutzend Ehrengästen auch 19 Feuerwehren mit über 200 Mann aus den Abschnitten Schladming und Gröbming beiwohnten, im Sommer 2015 über die Bühne gehen.

Das Projekt wurde ab Spatenstich binnen einem Jahr umgesetzt, dazu wurde eine Eigenleistung von knapp 10.000 freiwilligen Stunden aufgewendet. Der budgetierte Kostenrahmen von EUR 800.000,- wurde eingehalten, ein großer Dank gilt der großzügigen Unterstützung von Land, Gemeinde, den ansässigen Unternehmen, der Marktbürgerschaft sowie der Bevölkerung. Das zweckmäßige Gebäude beherbergt 4 Fahrzeuggaragen, eine Waschbox, ein Katastrophenlager, Werkstätten, die Leitzentrale, einen Spindraum, einen Schulungsraum, einen Kommandoraum und Räumlichkeiten für die Jugend.  

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